YOUTUBE UND DIE EIGENVERANTWORTUNG

Aktualisiert: 13. Juni 2021

YouTube kommt immer wieder in die Schlagzeilen, da beinahe regelmäßig Inhalte gelöscht oder Kanäle de monetarisiert werden. Immer wieder sind auch Kanäle mit Bezug zu Kryptowährungen davon betroffen.

Laut meinen Informationen sind Kanäle betroffen die, vermeintliche, Anlageberatungen anbieten oder sich in anderer Weise über Preisvorhersagen und Kursverläufe auslassen.

Das dieses Vorgehen seitens YouTube Empörung auslöst und gerade bei Kryptoafinen YouTubern sofort mit Zensur gleichgesetzt wird, ist naheliegend und begründet. Zumal Abonnentenstarke Kanäle auch finanzielle Einbußen hinnehmen müssen und unter Umständen finanziell etwas ins Schlingern geraten können.

Es ist übrigens nicht nur bei Krypto bezogenen Inhalten zum Verschwinden von Beiträgen gekommen. Staats- und Verwaltungskritische Inhalte sowie „Aufdeckungs“ Kanäle sind von der Zensur genauso betroffen.

Mittlerweile hat YouTube die Beiträge wieder hochgeladen oder hat zumindest versichert dies wieder zu tun. Gleichzeitig entschuldigte sich YouTube für den „Fehler“. Alles schön und gut aber weit weg von einer transparenten und Vertrauens-fördernder Vorgehensweise. Ob oder was mit den finanziellen Einbußen einzelner YouTuber passiert bleibt ungewiss. Soweit ich weiß gibt es dazu keine Stellungnahme von YouTube.

Soweit zur Situation auf YouTube. Sehen wir uns jetzt mal an, wie sich die Betroffenen verhalten.


Zwei Herangehensweisen


Ich erlaube mir meine Beobachtungen auf zwei Gruppen zu beschränken, wissend das es auch eine Schnittmenge dieser Gruppen gibt.

Zum einen gibt es die Betroffenen die lautstark gegen YouTube protestieren und ihrem Ärger auf diversen Social-Media Plattformen Luft machen, was ja absolut verständlich ist. Sie fordern alle möglichen Änderungen die YouTube vornehmen muss, damit so etwas nicht mehr passiert. Im schlimmsten Fall soll wahrscheinlich der Staat eingreifen und für Ordnung sorgen.


Zum anderen gibt es YouTuber, welche die Situation zur Kenntnis nehmen und Alternativen in Anspruch nehmen. Auf YouTube werden nur noch „zugelassene“ Post veröffentlicht und alles andere wird auf anderen Plattformen behandelt.

Die erste Gruppe, so scheint es mir zumindest, ist vor einiger Zeit auf die Krypto Welle aufgesprungen, haben es geschafft eine große Followerzahl zu erreichen und haben daher wahrscheinlich gutes Geld verdient. Es sei ihnen vergönnt, sie haben auch Zeit und Energie investiert. Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass sie den Grundgedanken der Kryptowährungen verstanden haben.


Freiheit bedeutet Eigenverantwortung


Eine freie Währung für, essenziell, freie Märkte und möglichst keine Einmischung von Staaten und Behörden.

Die zweite Gruppe hat das sehr wohlverstanden. Es zwingt sie niemand auf YouTube zu veröffentlichen. YouTube hat die Spielregeln geändert und die zweite Gruppe akzeptiert das nicht, also gehen sie.

YouTube ist ein gewinnorientiertes Unternehmen wie viele andere auch. Wenn der Vorstand entschlossen hat so zu handeln wie sie handeln, mit allen negativen Auswirkungen wie Vertrauensverlust und verärgerte YouTuber, dann ist das allein deren Problem. Falls irgendjemand Einfluss auf solche Entscheidungen nehmen will, muss er nur genügend Aktien kaufen und bei der nächsten Generalversammlung Einspruch erheben.

Wenn mir der Inhalt meiner abonnierten Tageszeitung nicht mehr passt, so werde ich das Abo kündigen. Wenn mir der neue Mercedes nicht gefällt, dann kaufe ich in nicht. So einfach ist das.

Dasselbe gilt für YouTube. YouTube wurde groß, weil viele Menschen mit dem Produkt zufrieden waren. Wenn jemand mit YouTube nicht mehr zufrieden ist, dann muss er sich nun mal Alternativen suchen.


Alternativen?


Und diese Alternativen gibt es. Die Zeit wird zeigen, welche der Alternativen sich durchsetzen wird, genauso wie die Zeit gezeigt hat, dass YouTube offensichtlich etwas besser gemacht hat als Vimeo und andere Mitbewerber.

Nochmal, ich finde das Verhalten von YouTube unterirdisch und lehne ein solches Verhalten ab.

Doch nach liberalen Grundsätzen kann YouTube und deren Vorstände handeln wie sie wollen, natürlich im gesetzlichen Rahmen, ob das für die Zukunft gut oder schlecht ist, liegt in der Verantwortung von YouTube und nicht bei den Usern oder Contentcreators.

Der liberale Gedanke, der den meisten Blockchain und DLT Anwendungen zu Grund liegt beinhaltet auch eine zweite Seite.

Es wird ein hohes Maß an Eigenverantwortung eingefordert. Freiheit ist immer mit Eigenverantwortung verknüpft, das ist der Preis der Freiheit.

Wenn Euch also irgendetwas nicht oder nicht mehr passt, dann müsst Ihr die Konsequenzen daraus ziehen und nicht darauf hoffen, dass es irgendjemand anderes für Euch macht.

Genauso müsst Ihr die Konsequenzen tragen, wenn Ihr von Eurer Seite aus die Spielregeln ändern wollt. Das könnt Ihr jederzeit machen, solange Ihr Euch im gesetzlichen Rahmen bewegt, aber die Folgen davon, ob positiv oder negativ habt ganz allein Ihr zu verantworten.


Frei sein, ja, Eigenverantwortung nein


Leider habe ich so das Gefühl, dass der Wille zur Eigenverantwortung in einem Abwärtstrend begriffen ist. Sobald irgendetwas nicht so funktioniert wie man sich das vorstellt, wird nach dem Staat und den Behörden gerufen. Der Staat muss dieses Regeln und dort eingreifen, es müssen neue Gesetze her und das muss verboten werden…........

Klar ist es einfacher und bequemer Probleme an eine dritte Partei zu delegieren, die das Problem lösen soll. Nur wird dabei völlig außer Acht gelassen, dass dieses Verhalten für einen guten Teil der Probleme verantwortlich ist. Außerdem führt dieses Verhalten geradewegs zur Entmündigung des einzelnen Bürgers, welcher dann auf die Straße geht, um gegen das Establishment zu protestieren, welches er durch sein Verhalten erst möglich gemacht hat.

Diese YouTube-Panne wird nicht die letzte gewesen sein und YouTube wird auch nicht das letzte Unternehmen sein, welches ein solches Geschäftsgebaren aufweisen wird. Es liegt an jedem Einzelnen die Konsequenzen daraus zu ziehen und eigenverantwortlich zu handeln. Wer zu dieser Eigenverantwortlichkeit nicht bereit ist, darf sich nicht wundern, wenn er mehr und mehr fremdgesteuert wird. Wie schon erwähnt, Freiheit und Eigenverantwortung sind zwei Seiten derselben Münze.